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…geh mal kurz auf Pause!

Hallo, liebe Kollegin, lieber Kollege…

Hast du heute schon mal eine Pause gemacht? In Zeiten, wo der Mensch neben seiner Arbeit facebooked, twittert, instagrammed oder anderen Reizen ausgesetzt ist, wird es immer wichtiger, mehrere kleine Pausen am Tag einzulegen. Wir nennen das Micropause. Dabei geht´s darum, Körper und Geist bewusst von belastenden Umwelteinflüssen wie Lärm, anstrengende Tätigkeiten oder Gesprächen zu befreien und einfach nur das zu tun, was wichtig ist: einatmen, ausatmen, Ruhe suchen, an nichts denken…

Überhitzung

Ein Kommentar von Christopher Weiland über die Kraft der Hitze…

Sonne, Hitze Sommer…ich liege im Freien in der Sonne, gut fühlt sich das an, angenehm. Nach einiger Zeit jedoch kommt der Schwindel. Der Körper überhitzt, kann die Wärme nicht mehr ableiten. Was tun? Schatten, kühles Nass an den Beinen und Nacken. Und natürlich auch etwas trinken. Am besten leicht kühlen, nicht zu kalten Saft oder Wasser, das hilft! Aber auch, dass ein Freund, meine Partnerin oder einfach ein Vertrauter da ist. Dies gibt Sicherheit und lässt mich entspannen.

Aber nicht nur die Sonne kann mich überhitzen. Auch manche Themen im Job können Schwindel und Unwohlsein hervorrufen. Vor allem Dinge, die immer wieder zur Diskussion stehen, an denen viele Meinungen und auch bereits viele Gefühle hängen. Ist es hier nicht auch legitim, sich bei diesen Schwindelgefühlen mal in den Schatten zu begeben? Das Thema also insgesamt mal für ein, zwei Teamsitzungen, in den nächsten 3 oder 4 Diensten links liegen zu lassen? Oder muss durchgehend darüber sinniert werden? Wenn das Thema ein Überlebensnotwediges ist, haben übergeordnete Stellen zu handeln und zu entscheiden. Um Sicherheit, so weit wie möglich, für alle Beteiligten zu gewährleisten, um die Brisanz abzuschwächen. Um Ruhe zu schaffen und mir es zu ermöglichen, in den Schatten zu gehen.

Jetzt kann ich wieder durchatmen, gelassen dem Thema entgegentreten. Ich kann KollegInnen auch mal sagen, dass ich über dieses und jenes gerade nicht reden möchte. Dass ich mir noch nicht klar bin, wie weiter vorgegangen werden kann. Ich brauche und nehme mir erstmal Abstand davon. Der dadurch hoffentlich einsetzende Meta-Blick von oben hilft, reflektiert und ohne starke Gefühle an die Sache zu gehen. Alle bekommen wieder mehr Freiheit um zu handeln, zu reflektieren und darüber zu diskutieren. Ohne Schwindelgefühle kann ich nun auch wieder entspannt in die Sonne und habe durch meine KollegInnen das Gefühl von Sicherheit im Rücken.

Sich zu sehr auf etwas stürzen lässt mich überhitzen, wie in der prallen Sonne. Sich mal in den Schatten zurückziehen, nicht überhäuft zu werden hilft mir zu reflektieren, Blick und Gefühle zu ordnen. Eines ist mir klar: auch unter einem Baum ist die Aufnahme der Sonnenstrahlen noch hoch genug. Nur, dass ich hier gelassener, entspannter und ohne Reizüberflutung die besten Ergebnisse erziele. Dass ich hier gerne den Austausch mit meiner Umgebung suche, ohne gleich einen Kloß im Hals zu haben.

Gelassenheit – Der Weg durch die Mitte

Kennst du das auch? Eine Stimme wird laut oder ein Streit droht zu eskalieren. Wer wünscht sich da nicht, in emotinal geladenen Situationen ruhig und souverän zu bleiben? Manche Menschen beherrschen das spielend, bei anderen steigt der Puls, wenn sie nur an diese Begebenheiten denken. Wenn es uns zu viel wird, teilen wir aus. In diesen Fällen blockieren starke Emotionen unseren Verstand und verdrängen objektives Denken. So kommt es zu unbedachten Reaktionen oder irrationalem Verhalten, einem Wutausbruch. Danach kostet es uns sehr viel Zeit und Kraft, Kränkungen wieder auszubügeln. Denn eines ist klar: Die meisten Menschen bedauern hinterher ihre Aussetzer oder unfreundlichen Bemerkungen.

Aber was lässt uns ausrasten? Wenn uns die Contenance abhandenkommt, schreiben wir fälschlicherweise meist einem Akut-Ereignis die Schuld zu. Der Verlust von Gelassenheit ist aber selten ein plötzliches Ereignis. Er ist vielmehr die Folge eines Prozesses, während dessen sich Spannung über längere Zeit aufgebaut und angestaut hat. Irgendwann genügt der bekannte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Das Gehirn wähnt sich in einer Gefahrensituation und schaltet auf Alarm. Die Reaktionen, die dabei ausgelöst werden, sind vergleichbar mit denen des Neandertalers, der sich einem Angreifer gegenüber sah. Der Körper unterscheidet nicht, wodurch der Stress ausgelöst wurde. Stress ist Stress. Deshalb tun wir emotional annähernd das Gleiche wie unsere Vorfahren: Wir kämpfen oder fliehen.

Ein Mensch, der dabei ist, die Beherrschung zu verlieren, ist auch gegenüber Argumenten, gut gemeinten Tipps und Ermahnungen völlig immun. Klares Denken funktioniert niemals, wenn wir wie ein Dampfkessel kurz vor der Explosion stehen oder sehr aufgeregt sind. Mangelnde Gelassenheit schadet auf Dauer der Gesundheit. Deshalb gilt es, an dieser Stelle rechtzeitig die Kurve zu kriegen und die Spannung abzubauen.

Gelassenheit ist sehr unterschiedlich und individuell in unserer Persönlichkeit verankert. Manche Menschen verfügen über ein unaufgeregtes Naturell und sind weniger schnell emotional. Sie besitzen ein ruhiges Temperament, haben geringe Ansprüche und sind zufrieden mit dem, was ist. Manchmal bringt dies sogar einen Hang zu Trägheit und Gleichgültigkeit mit sich. Das Gegenteil sind aktive, ehrgeizige, zuverlässige und engagierte Menschen. Sie sind häufig sehr emotional, sensibel und perfektionistisch. Sie sind dafür anfälliger für Störungen und leichter aus der Ruhe zu bringen. Wir benötigen zum produktiven und kreativen Arbeiten ein angemessenes Verhältnis von Herausforderung und Entspannung. Wenn dabei ab und zu Stress aufkommt, ist das in der Regel kein Drama. Beim positiven Stress (Eu-Stress) erleben wir Vitalität, Enthusiasmus Optimismus, Stärkung unserer Arbeitsproduktivität und ein befriedigendes Gefühl. Dieser setzt jedoch eine begrenzte Dauer voraus. Solange wir unsere körperlichen Signale wahrnehmen, uns nicht überfordern und unsere Energiespeicher immer wieder auftanken, bleiben wir ausgeglichen und leistungsfähig.

Gelassenheit schafft Ordnung im Kopf und gibt uns die Fähigkeit, besonnen zu denken, zu handeln und zu kommunizieren. Dazu ist es wichtig, Aufgaben oder Schwierigkeiten mit Abstand aus der Entfernung zu betrachten. Durch diesen Helikopterblick weitet sich das Sichtfeld und Situationen können aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden. Darum empfehlen wir hier bei Stress:

Nimm`s gelassen!

Wir bleiben am Ball,

Christoph & Michael

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